Blog, Glaubensleben

Wir sind eins? Was Einheit unter Christen möglich macht.

Heute hat Coffee&Encouragement eine Premiere! Ich darf euch heute meine erste Gast-Bloggerin vorstellen. Annemieke studiert mit mir zusammen und schreibt nebenbei noch für StayonFire. Sie trinkt gerne Mate, ist auf Instagram unterwegs und überhaupt ist sie a girl on fire for Jesus. Ich freue mich sehr, sie hier auf diesem Blog willkommen zu heißen!


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Beitrag von Annemieke 

Als mich Carina fragte, über welches Thema ich gerne schreiben würde, entschied ich mich schnell für die Frage nach einer Einheit der Christen. Darüber zu schreiben liegt mir schon lange auf dem Herzen, gerade weil diese Frage meine persönliche Geschichte begleitet.

Ich bin römisch-katholisch aufgewachsen. Jahrelang lang war ich in dieser Kirche aktiv. Kindertaufe, Erstkommunion, Ministrantin, Lektorin. Heute studiere ich Evangelische Theologie, um einmal vollzeitlich in einer Freikirche zu arbeiten. Wie kam es dazu?

Mein Vater katholisch, meine Mutter Baptistin. Daher hatte ich als Jugendliche Bibelunterricht bei den Baptisten.

Meine bewusste Entscheidung für Jesus traf ich durch das Youtube-Video eines Christen, der stark durch die orthodoxe Kirche geprägt wurde. Daraufhin fand ich geistliche Heimat in einer mennonitischen Gemeinde. Dort wurde ich auf meinen Glauben an Jesus Christus getauft. Parallel besuchte ich die Hausgruppe einer Pfingstgemeinde.

Fürs Studium bin ich umgezogen und besuche nun eine Freikirche und eine Hausgemeinde, die sich beide keinem Gemeindebund zuordnen. Das ist Teil meiner persönlichen Glaubensgeschichte. Sie ist individuell, von Gott geschrieben und geführt.

So spannend diese Reise durch die Gemeinden auch bereits war. Sie hat mich eines gelehrt, warum Jesus die Einheit der Christen untereinander so wichtig ist.

Kurz vor seinem Tod am Kreuz betet Jesus nämlich genau das im Hinblick auf seine Jünger und deren Nachfolger – also auch im Hinblick auf uns heute! „Sie alle sollen eins sein, genauso wie du, Vater, mit mir eins bist. So wie du in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns fest miteinander verbunden sein. Dann wird die Welt glauben, dass du mich gesandt hast.“ (Johannes 17:21)

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Photo by Jon Tyson on Unsplash

Hier liegt die Herausforderung:

Ich behaupte, wir Christen sind noch weit davon entfernt, diesem Herzensanliegen Jesu gerecht zu werden. Wenn ich Menschen, besonders anderen Christen, von meinem persönlichen Glaubensweg durch die verschiedenen Gemeinden berichte, gibt es oftmals zwei extreme Reaktionen: Entweder Respekt und Staunen über diese Fülle an Erfahrungen oder den knappen Satz: “Oh, das tut mir aber leid für dich.”

Ja, mir tut es insbesondere leid, einige emotional aufgeladene Diskussionen geführt zu haben. Denn einen bunten Misch an Glaubenskultur zu erleben, hat neben der Vielfalt auch vielfältige Brüche, Abschiede und Enttäuschungen der Erwartung bei anderen mit sich gebracht. Dabei wären diese Brüche nicht nötig gewesen, würden wir Christen Jesu Anliegen der Einheit ernst nehmen. In seinem Wort spricht Gott nicht von unterschiedlichen Gemeinden, sondern von einer einzigen universalen Gemeinde seiner Nachfolger.

Ich frage mich, wie Gottes Perspektive dazu aussehen mag, wenn einer Person das Christsein abgesprochen wird, weil sie eine andere Gemeinderichtung besucht oder die Konfession wechselt. Wie gesagt: Gott denkt nicht in Ortsgemeinden und noch viel weniger in Konfessionen. Er möchte eine Gemeinde. Die Gemeinde. Seine Gemeinde.

Es macht beim besten Willen keinen Sinn, eine Person dazu zu zwingen, in einer Kirche oder Konfession zu bleiben, in der sie selber kein geistliches Zuhause mehr findet. Je nachdem, in welcher Konfession wir großgeworden sind, sind wir gut darin, auch nur in dieser Konfession ein Wirken Gottes zu verorten. Doch Gottes Wege sind höher als unsere. Denn Gott lässt sich tatsächlich in jeder Konfession finden.

Diese Tatsache habe ich jedoch lange Zeit vehement abgelehnt. Als ich mein Leben Jesus gab, führte mich Gott in eine Freikirche. Für mich war klar: Hier ist Gott anwesend. Ob es in der katholischen Kirche nicht auch wiedergeborene Christen gab, interessierte mich erst gar nicht. Ich suchte nicht den Kontakt zu ihnen. Aber nur, dass es in meiner katholischen Kirche vor Ort einfach nicht das Angebot einer Jugendgruppe gab, bedeutet nicht, dass es hier keinen lebendigen Glauben gibt. Für mich gab es hier nur nicht die richtigen Rahmenbedingungen, als frischbekehrte Jugendliche mit Gleichaltrigen im Glauben zu wachsen. Es war nicht der Ort für mich persönlich, an dem ich aufblühen konnte. Das schließt nicht aus, dass es für andere Christen genau der richtige Ort ist, an den Gott sie führt, weil sie genau in der katholischen Kirche in ihrer Beziehung zu Jesus wachsen. Ich bin Gott zutiefst dankbar für diese entscheidende Erkenntnis.

Die Ökumene und die Einheit

Vielleicht fällt dir spätestens jetzt der Begriff „Ökumene“ ein. Ein Ziel der Ökumenischen Bewegung ist die Einigung der Konfessionen in brisanten Glaubensfragen – wie nach der biblisch-korrekten Weise, das Abendmahl zu feiern. Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber für mich ist eine Einigkeit in solchen Themen nicht nur nahezu utopisch, sondern sie ist auch nicht der Grundpfeiler von einer gelebten Einheit.

Denn da stellt sich mir die Frage, ob irgendeine Kirche in dieser Welt tatsächlich für sich beanspruchen kann, dass sie den Glauben an Jesus Christus exakt richtig praktiziert! Immer wieder gibt es Irrtümer und daher Reformen. Und das in jeder großen Konfession bis hin zur kleinsten Freikirche. Das ist ein eindeutiger Indikator dafür, dass wir mit unserer jeweiligen Gemeindepraxis noch nicht das Vollkommene erreicht haben. Keine Gemeinde oder Kirche kann also die Maßgebende sein.

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Photo by Josh Applegate on Unsplash

Der Grundpfeiler für Einheit

Maßgebend ist nur einer: Gott selbst. Und das einzig Vollkommene, das in uns Christen vorhanden ist – ist Gott selbst durch seinen Geist.

In der Bibel finden wir folgende Stelle: Niemand, der unter der Leitung von Gottes Geist redet, wird jemals sagen: »Jesus sei verflucht!« Und umgekehrt kann niemand sagen: »Jesus ist der Herr!«, es sei denn, er wird vom Heiligen Geist geleitet.(1. Korinther 12:3)

In jeder christlichen Kirche, Gemeinde oder Konfession gibt es Menschen, die Jesus als ihren persönlichen Retter bekennen. Sie alle haben daher den Heiligen Geist. Der Heilige Geist ist der entscheidende biblische Hinweis darauf, dass jemand zu Christus gehört und damit auch ein Christ ist.

Der Heilige Geist ist der Grundpfeiler von Einheit. Er ist es, der zur Einheit der Gemeinden befähigt. (vgl. Epheser 4:3) Alle Kinder Gottes besitzen ihn, unabhängig zu welcher Konfession sie gehören.

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Wie wird Einheit praktisch?

Das waren jetzt alles ziemlich vielschichtige Gedanken, auch viel Theorie. Doch die Praxis ist das, was am Ende wirklich einen Unterschied macht.

Einheit ist im Heiligen Geist möglich, es ist keine Utopie. Wir Christen können uns in der Einheit treffen, indem wir vor allem gemeinsam Jesus als Herrn bekennen. Das geht wunderbar im gemeinsamen Lobpreis. Wir können Jesus gemeinsam feiern, loben und preisen. Denn genau hier treffen wir die unumstößliche Schnittstelle aller christlichen Konfessionen – eben das Bekenntnis zu Jesus Christus als unseren Herrn. Es gibt bereits jetzt Veranstaltungen und Netzwerke in Deutschland, die genau dazu einladen. Eine der bekanntesten ist die überkonfessionelle „B.A.S.E. Youth Ministry“ (www.solid-base.de).

Ich fordere dich heraus, bewusst über den Tellerrand zu schauen. Mal eines dieser überkonfessionellen Events oder den Gottesdienst einer anderen Konfession zu besuchen, mit dem Wissen im Herzen, dass auch hier der Geist Gottes lebt. Kontakte und Freundschaften mit Christen anderer Konfessionen und Denominationen zu starten und zu pflegen.

Und vor allem möchte ich dich dazu ermutigen, nicht dem Gedanken Raum zu geben, nur eine bestimmte Gemeinderichtung oder Konfession habe den einzig wahren Glauben. Oder eine sei gar am weitesten vom wahren Evangelium entfernt. Am Ende ist und bleibt es Gott allein, der das entscheidet.

Mit der gelebten Einheit im Heiligen Geist verfolgen wir ein wichtiges Ziel: Für noch mehr Menschen die Liebe Gottes erfahrbar zu machen. Jesus gibt uns seine Vision vor: Wenn wir Christen eins sind, dann wird die Welt glauben, dass Gott ihn gesandt hat. Was ein klares Statement, was für eine lohnenswerte Perspektive!

Danke, dass du dich auf dieses spannende Thema einlässt!

Deine Annemieke

 

Allgemein, Blog, Sorgen/Angst

Furchtlos: 4 Wege deine Angst neu auszurichten

Als ich darüber nachdachte, worum es in dieser Woche gehen soll, lag mir das Thema Angst sehr auf dem Herzen. Obwohl wir in der Post-Aufklärung leben, einer Zeit voller Informationsflut und ständiger Verbundenheit, ist Angst ein riesiges Thema! Vielleicht gerade deswegen? Vor allem in den USA, aber auch immer mehr in Deutschland, belagern Angst und Besorgnis (engl. Anxiety) die Menschen um uns herum.

Was ist Angst? Sie umgibt uns auf allen Seiten. Sie rauscht auf uns ein. Sie hält uns wach. Sie lähmt uns und lässt unsere Gedanken kreisen. Die Angst gibt es in allen Größen und in allen Lebenslagen. Manchmal drückt sie sich eher als Sorge aus. Manchmal sogar auch als Zorn. Aber letztendlich scheint sie uns die Macht über uns selbst zu nehmen.

Als Christ hab ich manchmal schon ein schlechtes Gewissen, wenn mich die Sorgen mal wieder überkommen. Sollte ich nicht so langsam begriffen haben, dass Gott mich nicht im Stich lässt? Sollte ich nicht so langsam von seiner Vorsorge überzeugt sein? Mit Fearless auf meinem Arm gestempelt und „Fürchte dich nicht…“ in der Bibel verewigt, warum fällt es mir dann so schwer, in diesem Bewusstsein zu leben?

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Aber nicht nur ich und du als einzelne, haben Angst! Auch unsere Gemeinden leben oft in Angst und Sorge! Sie haben Angst, Menschen zu verlieren. Sorgen, dass nicht genug Geld da ist. Angst etwas falsch zu machen… Oftmals hindert uns das, voran zu gehen und mutige Entscheidungen zu treffen und Schritte zu gehen. Ob jetzt in Gemeinden oder in unserem eigenen Leben!

Man ist schnell dabei zu sagen, dass Angst etwas schlechtes ist. Ich habe aber mal gehört, dass alle Emotionen die wir haben, nicht schlecht sind, sondern nur falsch orientiert sind. Gott schenkt uns jeden unserer Emotionen für einen bestimmten Zweck, und zwar uns auf ihn auszurichten. Vor einiger Zeit habe ich einen sehr interessanten Podcast zu diesem Thema gehört, der mich neu über das Thema hat nachdenken lassen.

Mal ganz nüchtern betrachtet definiert Matt Lanz (aus dem Podcast) Furcht oder Angst als eine emotionale Reaktion auf Umstände, die außerhalb unserer Kontrolle sind und uns das Gefühl geben, dass wir dadurch ein Schaden davon tragen könnten. Diese emotionale Reaktion führt uns dazu, Rettung zu suchen. Etwas zu suchen, was größer oder stärker als unsere Angst ist oder sie auf anderer Art und Weise vertreiben kann. Was wir in diesem Fall aufsuchen kann ganz unterschiedlich sein. Ob du Angst hast alleine zu sein und deshalb sofort dein Handy zuckst, sobald du niemanden auf der Party hast, mit dem du sprechen kannst. Oder ob du zum Kühlschrank schleichst, sobald der Prüfungsstress zu viel wird. Oder vielleicht gehst du sogar bestimmten Beziehungen aus dem Weg, weil du Angst hast, verletzt zu werden.

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Photo by Tim Marshall on Unsplash

Gott hat uns unsere Angst gegeben, um wiederum auch unseren Retter zu sein! So herrlich und wunderbar ist seine Liebe! Doch unsere Angst zeigt uns oft was wir glauben, mächtiger zu sein, als Gott selbst. Denn wenn uns wirklich Gottes Allmacht bewusst ist und wir wissen, dass Jesus, Sohn Gottes, alle Tage bei uns ist – wen müssen wir dann noch fürchten?

Was ich an dieser ganzen Sache aber so wunderbar finde ist, dass Jesus uns nicht für unsere Angst verurteilt. Er macht uns nicht noch ein weiteres schlechtes Gewissen, warum wir in diesem Fall ihm nicht vertrauen oder sogar glauben. Im Gegenteil, mit seiner sanften Hand nimmt er dein Kinn und lenkt deinen Blick auf sein Gesicht. Schaue mich an meine wertvolle Tochter. Hab keine Angst, ich bin bei dir. Schaue, wie ich das – was dir gerade Angst macht – zurechtweise und vernichte.

So, nun haben wir manchmal aber einfach Angst. Wir wissen nicht wie es weitergehen soll nach der Schule oder dem Studium. Wir wissen nicht, ob die von uns geliebten Personen wieder gesund werden. Es gibt vieles, was uns Angst machen kann, aber was können wir in diesen Situationen machen?

1. Schaue weg von deiner Angst und hin zu Jesus.

Komme vor ihm. Er wartet schon auf dich. Sag ihm, was dir Angst macht, was deine Befürchtungen sind. Sag ihm, wo du unsicher bist, ob er handeln wird. Wenn du gerade nicht beten kannst, dafür aber singen, dann tue das! Ich kann mich an so manche gruseligen und dunklen Fahrradfahrten erinnern, durch die ich mich durch gesungen habe. Für manche ist weder beten noch singen möglich. Dann höre Lobpreis, höre wie andere Gottes Herrlichkeit und Größe preisen!
Und vor allem lese sein Wort! Unten habe ich ein paar Verse voller Zuversicht zusammen gefasst, die du dir schnell anschauen kannst, wenn Sorgen oder Angst dich überfallen.

verse um gegen Angst anzukämpfen!

2. Mach dir Gottes Gegenwart bewusst.

Der Trick bei dem ersten Schritt ist, dass du dir langsam wieder bewusst machen kannst, mit welchem großem Gott du es zu tun hast!! Mit diesem großen Gott hast du einen ganz persönlichen Zugang. Er hört die Sorgen deines Herzens! Er erhört dein Gebet. Er, der allmächtige König über Himmel und Erde, wendet sich dir auf persönlicher Ebene zu und verspricht nie von deiner Seite zu weichen. Nimm dir eine Minute Zeit, diese Realität in deinem Herzen zu verankern. Und wenn dir das alles bewusst geworden ist, dann nimm den Zuspruch von den obengenannten Versen und widerspreche deine Angst und weise sie in die Schranken!!

3. Suche Gemeinschaft.

Mach es nicht alleine!! In manchen Momenten sind wir von unserer eigenen Angst so gelähmt, dass wir gar nicht das Gefühl haben, unseren Blick auf Jesus richten zu können. Manchmal kann man einfach nicht beten und unsere Gedanken schweifen beim Bibellesen. Manchmal nervt uns auch Lobpreis-Musik! Ja, aber genau in diesen Augenblicken brauchen wir Freunde die uns beistehen und für uns beten. Manchmal mit uns zusammen, aber auch einfach von der ferne.

Wir brauchen Mitkämpferinnen im Glauben. Aber sie können auch nur dann gut für uns kämpfen, wenn sie Zugang zu unseren Ängsten haben. Ein weiterer wichtiger Punkt: Gib deinen Freundinnen Zugriff zu deinem Innenleben. Lass sie in dein Leben rein sprechen und dich auf deine blinden Flecken aufmerksam machen! So können sie manchmal auch Ängste aufdecken, die in deinen hinteren Ecken lungern und unbewusst deine Sorge steuern.

4. Sei mutig!

Mut ist das Ergebnis davon, wenn du deine Rettung in etwas Standfestes und unerschütterlich findest. Die einzig wahre, ewig standfeste und unerschütterliche Rettung ist Jesus. Wenn wir das wenn wir unsere Errettung in Ihm suchen, finden wir wahre Freiheit, mutige Schritte zu gehen!

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Photo by Sammie Vasquez on Unsplash

Ich finde, dass diese Schritte für alle gelten, ob einzelne Menschen oder ganze Gemeinden. Es kommt letztendlich auf die Frage an: Wer glauben wir, ist am mächtigsten?

Klar, es ist nicht immer mit einem Gebet getan. Aber ich versichere dir! Wenn du dich kontinuierlich Gottes mächtigen und liebevollen Gegenwart aussetzt, ist Er treu und gerecht. Er lässt dich nicht im Stich! Traue dich ihm zu vertrauen!

Fühl dich gedrückt!!

Carina

P.S. Ab nächster Woche verschiebt sich die Blogpost-Veröffentlichung auf mittwochs mittwochs! Aber weiterhin einmal die Woche!