Allgemein, Blog, Blogging, Kreativität

Was ich in den ersten drei Monaten als Bloggerin lernte

Hey Ladies!

Ich fasse es nicht! Ich darf mich jetzt seit 3 Monaten Bloggerin nennen!! Vielen Dank für jede einzelne von euch, die den Blog immer wieder gelesen, geteilt und mich ermutigt hat! Das hat mich immer wieder neu motiviert, weiter zu machen!!

Nun ist schon knapp über ein viertel Jahr vergangen und ich durfte einiges lernen! Manchmal mehr „learning by doing“ aber immer „learning“ und ich bin längst nicht fertig. Ich dachte, dass dieser besondere Meilenstein eine gute Möglichkeit ist, euch ein bisschen an diesem Abenteuer teilhaben zu lassen.

1.) Think about it.

Es war im Frühjahr 2017, als ich den ersten Gedanken an diesen Blog hatte. Zu diesem Zeitpunkt redete ich erstmal nur mit meinem wichtigsten Ratgeber (H.H.)** darüber. Dieser sagte mir, dass ich dies könne und es auf jeden Fall machen sollte. Das ermutigte mich natürlich total. Aber, dann sagte er im nächsten Satz: Aber warte noch ein Jahr und sammle so viel Information darüber, wie du bekommen kannst.

Wow, das hat mir in dem Moment echt geholfen. Ich hatte somit erstmal nicht den Druck, dass ich sofort alles können muss. So konnte ich mir im Laufe des Jahres immer mehr Fragen stellen und zum Teil auch beantworten:  Für wen will ich schreiben? Wie will ich schreiben? Deutsch? Englisch? Langsam entwickelte sich ein Ziel.

2.) Just do it!

Irgendwann kommt aber der Punkt, an dem musst du einfach los! Am 17. März hatte ich das starke Gefühl, dass Gott mich dazu bewegte, zu beten. Ich verspürte ein starkes Verlangen danach, etwas in meinem Umfeld zu bewirken. Als ich Gott fragte, wie ich das tun sollte, war der Dialog in etwa so:

Er: Ermutige!!
Ich: Ermutige?? Aber wie? Soll ich jetzt einfach mit meinen Freundinnen mehr Kaffee trinken?
Er: Du denkst doch die ganze Zeit an den Blog, fang doch einfach mal an.

So ist es. Manchmal muss man sich einfach den Ruck geben und anfangen!! Was wolltest du schon immer mal machen und woran denkst du immer wieder? Trau dich, Schritte zu gehen!

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Photo by Fab Lentz on Unsplash

3.) Die Meinungen der anderen müssen dir erstmal egal sein

Am Anfang, als ich schrieb, habe ich oft daran gedacht, was denkt der oder die, wenn sie liest, was ich geschrieben habe. Das hat mich total gehemmt. Ich wollte nicht zu fromm klingen aber natürlich auch zu dem stehen, was ich denke.

Ich habe mal gehört, dass das Problem der heutigen Filmwelt ist, dass Produzenten genau den Film drehen den sie denken der Zuschauer sehen will. Allerdings wenn die Zuschauer es dann schaut, ist er enttäuscht, weil es kein Überraschungs-Effekt mehr gibt. Das heißt, was du tust, das tu für dich und aus dir heraus und nicht um irgendjemand zu gefallen!

4.) Erlaube Wachstum

Schon jetzt, wenn ich zurückschaue, sehe ich Wachstum. Ich sehe Wachstum, in dem wie ich schreibe bis hin zu dem, wie ich jeden Artikel gestalte. Ich bin noch längst nicht fertig damit, zu lernen wie das Bloggen geht oder wie ich es optimieren kann. Manchmal habe ich mehr Zeit und manchmal weniger. Doch ich muss mir den Freiraum geben Fehler zu machen und davon zu lernen, denn nur so kann ich wachsen.

5.) Geh mit offenen Augen durchs Leben

Alles wird zu Inspiration. Ich muss durch jeden Tag gehen, als ob ich heute die nächste Idee für einen Eintrag bekommen könnte. Jedes Gespräch, jeder Film, jede Begegnung birgt die Chance für tieferes Denken. Das heißt nicht, dass die privaten Details, die zwischen mir und Freundinnen ausgetauscht werden hier als Klatsch Kolumne wieder auftauchen. Vielmehr heißt es das die Frauen selbst und wie sie mit den Situationen in ihrem Leben umgehen zu einer Inspiration für mich und hoffentlich auch euch werden. Dadurch entsteht Kunst, indem wir aufmerksam unser Umfeld beobachten und es aus unserer Sicht interpretieren.

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Photo by Annie Spratt on Unsplash

6.) You do you, Babe! – nur du hast deine Stimme!

Ganz am Anfang meines Findungs-Prozesses hin zu diesem Blog hat mir eine sehr wertvolle Freundin mir etwas gesagt was mich bis heute begleitet und zu einem meiner Lebensmottos geworden ist, und zwar: „Nur du hast deine Stimme.“ Damit meinte sie, nur ich habe die Dinge erlebt, die ich erlebt habe. Nur ich sehe die Dinge durch meine Brille. Niemand anderes auf dieser Welt kann mein Umfeld so interpretieren wie ich. Das machte mir so viel Mut für einen völlig überfluteten Markt an Information. Aber es ist wahr und dasselbe ist auch für dich wahr!! Nur du hast deine Stimme. Also egal wie du sie einsetzt, sei dir selber treu und setze sie ein! Den Gott hat dich mit deiner persönlichen Geschichte so geschaffen, dass du andere damit bereichern kannst!

Es ist und bleibt auch nicht immer einfach. Gerade wenn ich viel Uni-Stress oder allgemein viel zu machen habe, ist der Blog oft das letzte, wozu ich Muse habe. Und doch, wenn ich es mache unddann manchmal auch hammer Feedback von euch bekomme, dann ist es mir immer wieder Wert. Denn ich weiß Gott ist dabei. Erstmal hat er mich dazu berufen und erstmal will ich auch die Schritte gehen.

Wozu beruft dich Gott?? Was sind die Talente die in dir schlummern und noch darauf warten entfaltet zu werden? Was ist deine Message an die Welt oder auch erstmal an dein Umfeld? Du bist nicht aus Versehen geschaffen worden, sondern mit Zweck und mit einem Platz in dieser Welt. Hiermit komme ich wieder zu meiner initial Intension, weswegen ich den Blog überhaupt gestartet habe:

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Photo by Holly Mandarich on Unsplash

Oftmals haben Frauen, gerade im christlichen Sektor, das Gefühl, dass ihre Gaben nur in ganz bestimmte Kategorie fallen dürfen, sie können entweder Backen oder Gastfreundlich sein oder Ermutigen etc. Und all diese Dinge sind super Dinge!! Ich nehme auch sehr gerne daran Teil, aber Frauen! Ich will euch ermutigen über Mauern zu springen, ich will dich ermutigen von mehr zu träumen! Wenn du wirklich alles in der Welt tun könntest? Was würdest du tun? Und dann tu es!! Lass dich nicht von den Erwartungen um dich herum einschenken oder dämpfen. Gott hat Gaben und Talente in dich hineingelegt, die es gilt zu entdecken! Also mach dich auf und traue dich der Stimme in deinem Herzen zu Folgen!

Ich bin gespannt zu sehen wo ihr alle noch hingehen werdet!

Fühlt euch gedrückt!

Carina

** Hot Hubby

Allgemein, Identität, Lifestyle

An die introvertierte Extrovertierte

Hey ihr Lieben!!

Oh wie schön es ist, mal wieder was für euch zu schreiben! Ich hoffe euch hat Coffee&Encouragements erster Gastbeitrag gefallen! Falls du auch in Zukunft Fragen an mich oder im Allgemeinen hast, fühl dich frei, mir einen Nachricht über das Kontaktformular zu schicken! Ich werde es dann, zumindest versuchen, sie zu beantworten!

Der heutige Blogpost spricht aus meiner eher introvertierten Seite. Ich weiß nicht wie viele von euch das kennen: Nach außen wirke ich extrovertiert. Ich liebe es, mit Menschen zusammen zu sein und Gemeinschaft zu haben. Aber wenn ich ehrlich bin, kostet es mich oft auch Überwindung und Kraft in diese Beziehungen zu treten.

Ich genieße es auch total, einfach nur alleine zu sein und würde auch so weit gehen, dass ich diese Zeit auch wirklich brauche. Manchmal höre ich auf dieses Bedürfnis und manchmal power ich durch. Ich habe gerade in letzter Zeit gemerkt, dass gerade dann, wenn ich viel Stress habe oder viel zu erledigen ist, ich die Tendenz habe, als Erstes meine sozialen Kontakte etwas einzufahren.

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Photo by Brannon Naito on Unsplash

In diesen Momenten ist es einfacher für mich, mich zurückzuziehen und es braucht viel mehr Überwindung, mich proaktiv mit Menschen zu treffen. Letzte Woche ist mir das nochmal neu bewusst geworden: Ich hatte mich seit langem mal wieder mit einer Freundin getroffen und wir haben uns einfach mal wieder richtig Zeit genommen, aufzuholen und an dem Leben vom anderen teilzuhaben.

Die Lüge, die mir vor solchen Treffen öfters mal durch den Kopf geht, ist, dass wenn ich das mache, ich noch müder, noch gestresster, und voller bin. Und ja, manchmal ist das auch so. Manchmal ist es mir auch zu viel, aber dieses Mal habe ich gemerkt, dass wenn ich mich auf die Lüge eingelassen hätte, dass ich eine wunderschöne Möglichkeit verpasst hätte, mal wirklich in einer zwischenmenschlichen Beziehung aufzutanken. Denn danach habe ich mich verstanden gefühlt. Ich konnte einiges nochmal sortieren und gleichzeitig am Leben von jemand anderem Anteil nehmen, anstatt dass ich mich nur um mich selbst kreise.

Ich glaube das ist eine schnelle Falle, in die man hineintappen kann. Wir denken manchmal, dass Gemeinschaft nur ein Sahnehäubchen unseres Alltags sei und nicht eine unbedingte Notwendigkeit für unser Wohlergehen. Gott sieht das anders. Als er den Menschen geschaffen hat, sah er, dass es nicht gut ist, dass der Mann alleine sei. Obwohl viele diese Stelle auf die Ehe beziehen, denke ich, dass es ist legitim ist, sie auf Menschen im Allgemeinen zu beziehen. Denn was ich beobachtet habe, ist, dass es der größte Trick des Teufels ist, dir das Gefühl zu geben, dass du alleine bist.

Gerne gibt er dir das Gefühl, dass keiner Zeit für dich hat. Oder sogar, dass du so viel zu tun hast, dass du dir jetzt keine Zeit nehmen kannst. Stimmt das? Sind wir alleine? Haben wir wirklich so wenig Zeit, wie wir es uns oft aus lauter Stress sagen? Das ist eine traurige Wahrheit, die ich allzu gut kenne. Allerdings habe ich gelernt, dass es nicht so ist! Wir sind nicht alleine! Und wenn wir uns die Zeit nehmen, haben wir haben ständig die Möglichkeit für Beziehungen. Wichtig ist, dass wir diese Möglichkeiten ergreifen und auf die Menschen um uns herum zu zugehen.

Das Treffen mit meiner Freundin lässt sich mit meinem Sportleben vergleichen. Öfters ertappe ich mich bei dem Gedanken, dass ich es vielleicht mal wieder machen sollte, aber bald danach fehlt mir das Durchsetzungsvermögen, dafür auch Zeit einzuplanen. Doch jedes Mal, wo ich es dann doch schaffe, ins Fitness Studio zu gehen, merke ich, dass es mir unglaublich gut tut! Ich will damit nicht sagen, dass meine Treffen mit Freunden mich so viel Überwindung kosten, sondern viel eher, dass ich einfach Zeit dafür einplanen muss.

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Photo by Becca Tapert on Unsplash

Ich glaube, dass Gott uns dazu geschaffen hat, am stärksten zu sein, wenn wir uns an die Seite anderer stellen. Wir dürfen voneinander lernen, ermutigt werden und auch selbst ermutigen. Was für ein Geschenk!

Dieses Treffen hat mich so sehr inspiriert, dass ich euch diese Woche auch dazu ermutigen wollte! Lass dich nicht von deiner to-do Liste so sehr kontrollieren, dass du das Wesentliche in deinem Leben vergisst. Natürlich, kenne dich selbst und erkenne den Unterschied zwischen deinem Bedürfnis nach Ruhe und deinem inneren Schweinehund. Gerade durch das Studium merke ich, wie einfach es ist mit den Augen aufs Ziel, blind durchs Leben zu gehen. Doch wir leben jetzt. Jetzt ist die Zeit für Freundschaft. Jetzt ist die Zeit für Beziehung.

Wenn du offen bist, bin ich gespannt welche Begegnungen dir diese Woche entgegnen werden. Ich wünsche Dir viel Freude dabei!!

Fühl dich Gedrückt,
Carina

Blog, Glaubensleben

Wir sind eins? Was Einheit unter Christen möglich macht.

Heute hat Coffee&Encouragement eine Premiere! Ich darf euch heute meine erste Gast-Bloggerin vorstellen. Annemieke studiert mit mir zusammen und schreibt nebenbei noch für StayonFire. Sie trinkt gerne Mate, ist auf Instagram unterwegs und überhaupt ist sie a girl on fire for Jesus. Ich freue mich sehr, sie hier auf diesem Blog willkommen zu heißen!


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Beitrag von Annemieke 

Als mich Carina fragte, über welches Thema ich gerne schreiben würde, entschied ich mich schnell für die Frage nach einer Einheit der Christen. Darüber zu schreiben liegt mir schon lange auf dem Herzen, gerade weil diese Frage meine persönliche Geschichte begleitet.

Ich bin römisch-katholisch aufgewachsen. Jahrelang lang war ich in dieser Kirche aktiv. Kindertaufe, Erstkommunion, Ministrantin, Lektorin. Heute studiere ich Evangelische Theologie, um einmal vollzeitlich in einer Freikirche zu arbeiten. Wie kam es dazu?

Mein Vater katholisch, meine Mutter Baptistin. Daher hatte ich als Jugendliche Bibelunterricht bei den Baptisten.

Meine bewusste Entscheidung für Jesus traf ich durch das Youtube-Video eines Christen, der stark durch die orthodoxe Kirche geprägt wurde. Daraufhin fand ich geistliche Heimat in einer mennonitischen Gemeinde. Dort wurde ich auf meinen Glauben an Jesus Christus getauft. Parallel besuchte ich die Hausgruppe einer Pfingstgemeinde.

Fürs Studium bin ich umgezogen und besuche nun eine Freikirche und eine Hausgemeinde, die sich beide keinem Gemeindebund zuordnen. Das ist Teil meiner persönlichen Glaubensgeschichte. Sie ist individuell, von Gott geschrieben und geführt.

So spannend diese Reise durch die Gemeinden auch bereits war. Sie hat mich eines gelehrt, warum Jesus die Einheit der Christen untereinander so wichtig ist.

Kurz vor seinem Tod am Kreuz betet Jesus nämlich genau das im Hinblick auf seine Jünger und deren Nachfolger – also auch im Hinblick auf uns heute! „Sie alle sollen eins sein, genauso wie du, Vater, mit mir eins bist. So wie du in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns fest miteinander verbunden sein. Dann wird die Welt glauben, dass du mich gesandt hast.“ (Johannes 17:21)

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Photo by Jon Tyson on Unsplash

Hier liegt die Herausforderung:

Ich behaupte, wir Christen sind noch weit davon entfernt, diesem Herzensanliegen Jesu gerecht zu werden. Wenn ich Menschen, besonders anderen Christen, von meinem persönlichen Glaubensweg durch die verschiedenen Gemeinden berichte, gibt es oftmals zwei extreme Reaktionen: Entweder Respekt und Staunen über diese Fülle an Erfahrungen oder den knappen Satz: “Oh, das tut mir aber leid für dich.”

Ja, mir tut es insbesondere leid, einige emotional aufgeladene Diskussionen geführt zu haben. Denn einen bunten Misch an Glaubenskultur zu erleben, hat neben der Vielfalt auch vielfältige Brüche, Abschiede und Enttäuschungen der Erwartung bei anderen mit sich gebracht. Dabei wären diese Brüche nicht nötig gewesen, würden wir Christen Jesu Anliegen der Einheit ernst nehmen. In seinem Wort spricht Gott nicht von unterschiedlichen Gemeinden, sondern von einer einzigen universalen Gemeinde seiner Nachfolger.

Ich frage mich, wie Gottes Perspektive dazu aussehen mag, wenn einer Person das Christsein abgesprochen wird, weil sie eine andere Gemeinderichtung besucht oder die Konfession wechselt. Wie gesagt: Gott denkt nicht in Ortsgemeinden und noch viel weniger in Konfessionen. Er möchte eine Gemeinde. Die Gemeinde. Seine Gemeinde.

Es macht beim besten Willen keinen Sinn, eine Person dazu zu zwingen, in einer Kirche oder Konfession zu bleiben, in der sie selber kein geistliches Zuhause mehr findet. Je nachdem, in welcher Konfession wir großgeworden sind, sind wir gut darin, auch nur in dieser Konfession ein Wirken Gottes zu verorten. Doch Gottes Wege sind höher als unsere. Denn Gott lässt sich tatsächlich in jeder Konfession finden.

Diese Tatsache habe ich jedoch lange Zeit vehement abgelehnt. Als ich mein Leben Jesus gab, führte mich Gott in eine Freikirche. Für mich war klar: Hier ist Gott anwesend. Ob es in der katholischen Kirche nicht auch wiedergeborene Christen gab, interessierte mich erst gar nicht. Ich suchte nicht den Kontakt zu ihnen. Aber nur, dass es in meiner katholischen Kirche vor Ort einfach nicht das Angebot einer Jugendgruppe gab, bedeutet nicht, dass es hier keinen lebendigen Glauben gibt. Für mich gab es hier nur nicht die richtigen Rahmenbedingungen, als frischbekehrte Jugendliche mit Gleichaltrigen im Glauben zu wachsen. Es war nicht der Ort für mich persönlich, an dem ich aufblühen konnte. Das schließt nicht aus, dass es für andere Christen genau der richtige Ort ist, an den Gott sie führt, weil sie genau in der katholischen Kirche in ihrer Beziehung zu Jesus wachsen. Ich bin Gott zutiefst dankbar für diese entscheidende Erkenntnis.

Die Ökumene und die Einheit

Vielleicht fällt dir spätestens jetzt der Begriff „Ökumene“ ein. Ein Ziel der Ökumenischen Bewegung ist die Einigung der Konfessionen in brisanten Glaubensfragen – wie nach der biblisch-korrekten Weise, das Abendmahl zu feiern. Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber für mich ist eine Einigkeit in solchen Themen nicht nur nahezu utopisch, sondern sie ist auch nicht der Grundpfeiler von einer gelebten Einheit.

Denn da stellt sich mir die Frage, ob irgendeine Kirche in dieser Welt tatsächlich für sich beanspruchen kann, dass sie den Glauben an Jesus Christus exakt richtig praktiziert! Immer wieder gibt es Irrtümer und daher Reformen. Und das in jeder großen Konfession bis hin zur kleinsten Freikirche. Das ist ein eindeutiger Indikator dafür, dass wir mit unserer jeweiligen Gemeindepraxis noch nicht das Vollkommene erreicht haben. Keine Gemeinde oder Kirche kann also die Maßgebende sein.

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Photo by Josh Applegate on Unsplash

Der Grundpfeiler für Einheit

Maßgebend ist nur einer: Gott selbst. Und das einzig Vollkommene, das in uns Christen vorhanden ist – ist Gott selbst durch seinen Geist.

In der Bibel finden wir folgende Stelle: Niemand, der unter der Leitung von Gottes Geist redet, wird jemals sagen: »Jesus sei verflucht!« Und umgekehrt kann niemand sagen: »Jesus ist der Herr!«, es sei denn, er wird vom Heiligen Geist geleitet.(1. Korinther 12:3)

In jeder christlichen Kirche, Gemeinde oder Konfession gibt es Menschen, die Jesus als ihren persönlichen Retter bekennen. Sie alle haben daher den Heiligen Geist. Der Heilige Geist ist der entscheidende biblische Hinweis darauf, dass jemand zu Christus gehört und damit auch ein Christ ist.

Der Heilige Geist ist der Grundpfeiler von Einheit. Er ist es, der zur Einheit der Gemeinden befähigt. (vgl. Epheser 4:3) Alle Kinder Gottes besitzen ihn, unabhängig zu welcher Konfession sie gehören.

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Wie wird Einheit praktisch?

Das waren jetzt alles ziemlich vielschichtige Gedanken, auch viel Theorie. Doch die Praxis ist das, was am Ende wirklich einen Unterschied macht.

Einheit ist im Heiligen Geist möglich, es ist keine Utopie. Wir Christen können uns in der Einheit treffen, indem wir vor allem gemeinsam Jesus als Herrn bekennen. Das geht wunderbar im gemeinsamen Lobpreis. Wir können Jesus gemeinsam feiern, loben und preisen. Denn genau hier treffen wir die unumstößliche Schnittstelle aller christlichen Konfessionen – eben das Bekenntnis zu Jesus Christus als unseren Herrn. Es gibt bereits jetzt Veranstaltungen und Netzwerke in Deutschland, die genau dazu einladen. Eine der bekanntesten ist die überkonfessionelle „B.A.S.E. Youth Ministry“ (www.solid-base.de).

Ich fordere dich heraus, bewusst über den Tellerrand zu schauen. Mal eines dieser überkonfessionellen Events oder den Gottesdienst einer anderen Konfession zu besuchen, mit dem Wissen im Herzen, dass auch hier der Geist Gottes lebt. Kontakte und Freundschaften mit Christen anderer Konfessionen und Denominationen zu starten und zu pflegen.

Und vor allem möchte ich dich dazu ermutigen, nicht dem Gedanken Raum zu geben, nur eine bestimmte Gemeinderichtung oder Konfession habe den einzig wahren Glauben. Oder eine sei gar am weitesten vom wahren Evangelium entfernt. Am Ende ist und bleibt es Gott allein, der das entscheidet.

Mit der gelebten Einheit im Heiligen Geist verfolgen wir ein wichtiges Ziel: Für noch mehr Menschen die Liebe Gottes erfahrbar zu machen. Jesus gibt uns seine Vision vor: Wenn wir Christen eins sind, dann wird die Welt glauben, dass Gott ihn gesandt hat. Was ein klares Statement, was für eine lohnenswerte Perspektive!

Danke, dass du dich auf dieses spannende Thema einlässt!

Deine Annemieke

 

Allgemein, Blog

Wie ich meine Bibel lese​

Hey Ladies!!

Vor ein paar Wochen habe ich auf Instagram ein Bild von meiner neuen bunten Bible-Study Methode gepostet. Daraufhin wurde ich gefragt, ob ich nicht diese Methode in einen meiner Blogposts erläutern könnte.

Diese Methode ist nicht meine originelle Idee, ich habe sie von einer amerikanischen Bloggerin von SoulScipts gelernt.

Was mir zu Beginn besonders daran gefiel, war, wie bunt die Bibel dadurch wird! Je mehr ich es aber machte, merkte ich, wie ich tiefer in meine Bibellese eintauchen konnte, als ich es schon seit einer langen Zeit machen konnte!!

Besonders geeignet für diese Methode sind Bibeln mit einem breiten Rand. Aber wie man in dem Bild unten sieht, ist das gar nicht unbedingt notwendig. (Obwohl es das ganze vielleicht ein bisschen ordentlicher machen könnte.)

Vorsicht: Dieser Post geht nicht an diejenigen unter uns die, mit Bleistift und Lineal, Schlüsselverse vorsichtig unterzeichnen. Diese Methode geht an die Ladies (und vielleicht auch Gentlemen) die, auf English: Want to get their hands dirty in the Word!

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1.   Schritt

Such dir ein Buch in der Bibel aus, was du gerne Lesen willst. Egal welches. Obwohl, wenn du diese Methode mal ausprobieren willst und nicht gleiche eine große Verbindlichkeit eingehen willst, würde ich dir raten, zum Angang ein kürzeres Buch zu nehmen.

Also, nachdem du ein Buch ausgesucht hast, fang vorne mit dem ersten Kapitel an. Lies das ganze Kapitel einmal durch, versuche nicht schon beim ersten Lesen, irgendwo hängen zu bleiben, sondern lass es erstmal so stehen. Das hilft mir oft erstmal den Überblick und den Kontext zu begreifen.

2.   Schritt

Nachdem du das ganze Kapitel gelesen hast, gehe nochmal zum Anfang und ließ nochmal. Langsam. Vers für Vers, Satz für Satz, manchmal sogar Wort für Wort. Wenn du an einem Vers hängen bleibst, ließ ihn nochmal; erlaube ihn, mit dir zu sprechen.

Ich lese den zweiten Durchgang gerne schon mal mit Stift in Hand. Ich habe das Gefühl, dass ich dann aufmerksamer bei der Sache bleibe. Wenn mir etwas besonders auffällt, unterstreiche ich es. Manchmal, nachdem ich etwas unterstrichen habe und noch besondere Worte hervorheben möchte, kreise ich sie nochmal ein.

3.   Schritt

Wenn ich einen bestimmten Punkt oder eine Idee in einem Vers betonen will, dann schreibe ich sie an den Rand. Dort mal ich ein Kasten drum und ein Strich zu dem unterstrichenem Vers. Sowohl den Kasten als auch die Linie und manchmal sogar auch den Vers, male ich mit einem Textmarker nach. Am Anfang musste ich mich voll überwinden so kreuz und quer in meiner Bibel rumzukritzeln, aber letztendlich kann man die Worte immer noch lesen und es hilft mir bei den vielen Farben den Überblick zu behalten, welche Notiz zu welchem Vers gehört.

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Am Rand kann ich alles notieren, was mich an dem Text anspricht:

  • Womit struggle* ich gerade?
  • Worauf will Gott mich aufmerksam machen?
  • Was kann ich davon mit in den Alltag nehmen?
  • Wo macht Gott mir nochmal ganz besonders Zusagen, die mir vorher vielleicht nicht so bewusst waren?
  • Was lerne ich durch diesen Vers?

4.   Schritt

Zum Schluss, wenn ich dann eine oder zwei Seiten gelesen habe, schreibe ich das Hauptthema groß über den Text, damit, wenn ich die Seite aufschlage, so grob weiß, worum es in dem Text geht. Wenn du gut im Handlettering bist, kannst du das machen und somit die Seite verschönern. Aber du kannst es auch einfach über die Seite schreiben. Die Bibel ist nicht „nur“ Gottes heiliges Wort, sondern auch ein Werkzeug, was er dir an dir Hand gibt. Es ist wichtig, dass du ein Weg findest dir einen Überblick über deine Bibel zu verschaffen, der zu dir passt.

That‘s it! An sich ist es gar nicht besonders kompliziert und natürlich kannst du es variieren, sodass es zu dir passt! Für die Lineal-Girls unter euch – wenn du das lieber so hast, kannst du ja auch dein Linear nutzen, um deinen Textmarker zu führen.

Fakt ist, Bibellesen muss nichts verstaubt, trocken oder langweilig sein. Es kann für dich etwas sein, was dich stärkt und ermutigt. Lass es lebendig werden und gestalte deine Zeit mit Gott, sodass sie dir auch Spaß macht! Stell dir vor, deine beste Freundin käme zu Besuch und du sagst (bitte in einer monotonen Robotererstimme lesen): „Oh meine beste Freundin kommt zu Besuch. Toll. Dann strenge ich mich mal an, mich auf das Gespräch zu konzentrieren. Hoffentlich hat sie mal wieder was zu sagen.“

Oftmals gehen wir auch so an unsere Beziehung mit Jesus. Das ist so traurig! Denn Gott ist ein lebendiger, beziehungsorientierter Gott, der mit dir im Gespräch sein will, der dich hören will, der aber auch mit dir sprechen will.

Es gibt tausend verschiedene Arten und Variationen wie man in die Begegnung mit ihm treten kann, aber ich habe festgestellt, dass durch diese Methode, mir viele Verse und Aussagen ganz neu bewusstgeworden sind. Oft hatte ich das Gefühl, diese Stelle/diesen Vers noch nie so gelesen zu haben.

Also, viel Spaß und traue dich!

Fühl dich gedrückt,

Carina

*kämpfe