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Warum ich mich entschied den Sabbat zu heiligen

Das steht doch in der Bibel, dass man den Sabbat heiligen soll. Warum muss man sich denn dafür entscheiden?? Tja, darum soll es heute gehen. Aber erstmal ein paar Grundlagen:

Was ist denn der Sabbat?

Der Sabbat ist einer von sieben Tagen, an dem Gott ruhte, nachdem er die Welt erschuf. Als er später Mose die 10 Gebote gab, sagte Er ihm: „Denke an den Sabbat als einen Tag, der mir allein geweiht ist! Sechs Tage sollst du deine Arbeit tun, aber am siebten Tag ist ein Ruhetag, der mir, dem HERRN, deinem Gott gehört. An diesem Tag sollst du nicht arbeiten… Denn in sechs Tagen habe ich, der HERR, den Himmel, die Erde und das Meer geschaffen und alles, was lebt. Aber am siebten Tag ruhte ich. Darum habe ich den Sabbat gesegnet und für heilig erklärt.“ (2. Mose, 8-11)

Ich bin auch ganz stark der Überzeugung, dass Gott nicht den Sabbat schuf, um uns Erdenbürger dazu zu zwingen ihn, an diesem Tag, endlich mal anzubeten und in die Kirche zu gehen. Ich denke, dass Gott diesen Tag schuf, weil er weiß was wir brauchen und was uns guttut! Ich bin überzeugt dass er uns diese Richtlinien gibt, um uns zu ermöglichen in ganzer Fülle zu leben.

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Photo by Renato Andrade Fernandes on Unsplash

Wie sieht mein Leben ohne Sabbat aus?

Jetzt bevor ich als ultra-Fundi* abgestempelt werde, habe ich mal eine Frage: Wie oft hetzt du durch dein Leben? Wie oft ist jede Minute deines Lebens getaktet und du weißt ganz genau was du in vier, fünf vielleicht sogar sechs Wochen machen wirst? Gerade heute habe ich die Phrase gehört: „Ja! Lass uns einen Termin festlegen. Mein Juni füllt sich jetzt schon auf.“

Oftmals sind wir so beschäftigt, dass wir von Termin zu Termin hetzten. „Sorry, ist bei mir gerade alles ziemlich voll!“, vertrösten wir unsere Freunde und wundern uns, warum unsere Beziehungen immer flacher werden. „Du, ich kann gerade nicht, ich muss noch weiter!“ Sagen wir und übersehen, dass die Person vor uns gerade ein offenes Ohr wirklich gebraucht hätte.

Wir würden gerne so viel bewegen, etwas starten und die Welt verändern. Aber wie geht das, wenn wir oft zu busy sind, um uns mal ausführliche Gedanken zu machen? Wie können wir die Kraft für neue Projekte aufbringen, wenn wir ständig müde sind? Wie können wir auf originelle Gedanken kommen, wenn wir ständig unseren Kopf zuschütten und nur noch weißes Rauschen hören?

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Photo by Yong Chuan on Unsplash

Leute, es geht mir auch so. Und zwar nicht nur ein bisschen. Oft habe ich das Gefühl in Terminen zu ertrinken, und obwohl diese Termine meist mit Menschen sind, habe ich trotzdem keine Zeit für wahre menschliche Begegnung. Mir wachsen die unbeantworteten Nachrichten über den Kopf. Der Stress der unerledigten Dinge in meinem Leben, hält mich nachts wach. Ich habe das Gefühl, in einem Zug zu sitzen, der mit 210 km/h auf eine Betonmauer zu prescht. Ich. MUSS. Aufhören. Soviel ist mir klar. Aber wie?

Als ich mich in letzter Zeit mehr damit beschäftigte, merkte ich, wie ich mich nach einer Ruhe sehnte, die ich schon seit Ewigkeiten nicht mehr erlebt habe. Ich bildete mir ein, dass das Busy-Sein zum Erwachsensein dazu gehört. Viel tun. Viele Leute treffen. Dann fühle ich mich sinnvoll.

Schnell merke ich, wie die Wochen und vor allem auch die Wochenenden sich füllen. Die Zeit, die man eigentlich hätte, um sich von den vollen Wochen zu erholen schwindet. Wenn wir dann mal am Wochenende zu Hause sind, versuchen wir meistens all das zu erledigen, was davor liegen geblieben ist. Irgendwann muss man es ja schaffen.

Sonntags?

Obwohl der Sonntag nicht unbedingt mein Sabbattag sein muss, ist es der, der am meisten damit verbunden wird. Aber gerade wenn man viel in der Gemeinde engagiert ist, ist selbst der Sonntag kein Sabbat.

Morgens gehe ich halb-gehetzt in die Gemeinde (Kirche). Nach dem Gottesdienst, bei dem ich mich oft vor lauter Gedanken an die nächste Woche, kaum konzentrieren kann, renne ich von einer Person zur nächsten um noch offene Fragen aus der Vorwoche zu klären oder für Events der nächsten Woche zu planen. Auch da kann ich gedanklich kaum bei dem einen Gespräch bleiben, bevor die nächste Person vorbei kommt um mir auch nochmal eine Anfrage zu stellen. Dann, wenn wir so ziemlich die letzten sind, machen wir uns auf den Heimweg. Gegen 14:00 fangen wir dann an zu kochen, sodass wir dann erst gegen 15:00 essen. Danach, oder vielleicht schon zum Mittag haben wir Gäste da, und Abends am besten noch ein Filmabend bei Freunden.

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EnterPhoto by Glenn Carstens-Peters on Unsplash a caption

An sich ist das alles überhaupt nichts Schlimmes und ich freue mich immer wenn ich mich mit Freunden treffen kann. Aber oftmals können sich auch diese Treffen wieder anfühlen, als würde ich von einem Termin zum nächsten leben. Es fühlt sich so an als hätte man keine Zeit und kein Raum für Intentionalität.

Warum Sabbat?

Ich will nicht von meinem Leben gelebt werden, sondern ich will mein Leben leben. Deshalb entschied ich mich, mich mehr mit dem Sabbat auseinander zu setzten. Wenn du auf irgendeine christliche weise sozialisiert worden bist, hast du vielleicht schon Mal gehört, dass einige sich entscheiden keine Arbeit (ob Schul- oder Uni- oder sonstiges) am Sonntag zu tun. Ich glaube aber, dass der Sabbat weit darüber hinaus geht ob man nicht arbeitet oder gar einfach den ganzen Tag schläft. Ich glaube, dass der Sabbat weniger um physiologisches Ausruhen geht, als um seelisches Auftanken und Zeit in Gottes Gegenwart zu verbringen. Shelly Miller sagt: „Beim Sabbat geht es nicht darum auf perfekter Weise zu ruhen, sondern in dem zu ruhen, der Perfekt ist.“

Das will ich lernen. Das heißt nicht, dass ich nichts mehr machen kann, oder voll eingeschränkt werde. Auch nicht, dass ich mich nicht mehr mit Freunden treffen kann oder sonst auch andere coole Dinge machen darf. Aber er heißt, dass ich mich aktiv entscheiden darf! Ich darf ruhen. Ich darf mir Zeit nehmen, ohne das Gefühl zu haben, etwas verpasst zu haben oder nicht genug erledigt zu haben. Ich darf aber auch die Freiheit haben, mich mit Freunden zu treffen und Gemeinschaft mit ihnen zu haben.

Worum geht es beim Sabbat?

Ich möchte diese Zeit, einmal die Woche, wirklich neu ausrichten, auf Ihn, der sie mir geschenkt hat. Ich möchte zur Ruhe kommen. Schon in den paar Wochen, in denen ich das bereits probiert habe, merke ich, was für ein Unterschied das in meiner Woche macht! Ich habe mehr Kraft und mehr Ausdauer um in der Woche durch zu starten. Ich habe mehr Gelassenheit in den Dingen standhaft zu bleiben die mich stressen. Dieses wöchentliche Ausrichten auf Gott macht mir immer wieder neu bewusst, wer eigentlich mein Leben in der Hand hat. Er möchte, dass es uns gut geht, weil Er weiß was gut für uns ist. Er will, dass wir mit offenen Augen und Herzen durchs Leben gehen können, die wunderbare Welt um uns herum sehen, ohne vom einen zum anderen gehetzt zu werden.

Im nächsten Blogeintrag werde ich darüber schreiben wie man diesen Tag für sich gestalten kann. Die Woche danach möchte ich darüber schreiben, wie wichtig ein Rhythmus für unser Leben ist. Mir ist wichtig, dass es nicht als weiteres Verbot oder Gesetz verstanden wird. Jeder ist unterschiedlich und hat unterschiedliche Bedürfnisse, was Ruhe angeht.

In Gottes Wort steht, dass der Sabbat geheiligt werden soll. Was bedeutet es, wenn etwas für Heilig erklärt ist? Es bedeutet das etwas abgesondert oder anders ist. Einer der sieben Wochentage soll anders sein, als die anderen. Deshalb muss jeder sein eigenes Leben anschauen. Wie sieht dein Alltag aus? Was kannst du an einem Tag der Woche machen was mal eine Abwechslung zum Alltagsstress ist?

Gott hat dich geheiligt, durch seinen Sohn, weil er Dich liebt. Also Lebe in der Freiheit eines geheiligten Lebens!

Fühl dich gedrückt!
Carina

*Fundamentalist

3 Gedanken zu „Warum ich mich entschied den Sabbat zu heiligen“

  1. Gutes Thema! Ich glaube, die Deutschen sind ein volk mit Freizeitstress!!!! Ich würde die geistlich Komponente gar nichts so sehr von der körperlichen trennen. Gott meint es gut mit uns, deshalb gönnt er sich na einen Tag der Ruhe. Ich freu mich immer wieder darüber. Danke für d n Kommentar zum Nachdenken.
    PS: im ersten Satz ist eine Schreibfehler. Du meintest sicherlich 10 Gebote🤔

    1. Bahaha!! Oh je!! Danke! Ja ich denke dass es auch einen Körperlichen Aspekt hat, aber halt nicht nur. Das werde ich in dem zweiten Post mehr erleutern!! Danke, dass du ihn so aktiv ließt!

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