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Ruf zum Abenteuer

Hey ihr lieben!

Eigentlich wollte ich diese Woche über Rhythmus schreiben und wie wichtig er für unser seelisches Wohlergehen ist. Darüber werde ich auch noch schreiben. Aber wie das manchmal so ist, kommt das Leben dazwischen und mir lag diese Woche etwas viel Wichtigeres auf dem Herzen, was ich mit euch teilen wollte.

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8 Wege deinen Ruhetag zu gestalten

Hey ihr lieben!!

Voll schön, dass du wieder da bist und wieder mal den Blog liest! Letzte Woche habe ich darübergeschrieben, warum ich mich entschieden habe, zurück zum Sabbat zu kehren. Ich habe viel darüber geschrieben was das für mich bedeutet, was ich aufhören will. Aber was ich noch nicht geschrieben habe ist, was man machen kann um diesen Ruhetag wirklich Gott zu weihen und auf Ihn auszurichten.

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Warum ich mich entschied den Sabbat zu heiligen

Das steht doch in der Bibel, dass man den Sabbat heiligen soll. Warum muss man sich denn dafür entscheiden?? Tja, darum soll es heute gehen. Aber erstmal ein paar Grundlagen:

Was ist denn der Sabbat?

Der Sabbat ist einer von sieben Tagen, an dem Gott ruhte, nachdem er die Welt erschuf. Als er später Mose die 10 Gebote gab, sagte Er ihm: „Denke an den Sabbat als einen Tag, der mir allein geweiht ist! Sechs Tage sollst du deine Arbeit tun, aber am siebten Tag ist ein Ruhetag, der mir, dem HERRN, deinem Gott gehört. An diesem Tag sollst du nicht arbeiten… Denn in sechs Tagen habe ich, der HERR, den Himmel, die Erde und das Meer geschaffen und alles, was lebt. Aber am siebten Tag ruhte ich. Darum habe ich den Sabbat gesegnet und für heilig erklärt.“ (2. Mose, 8-11)

Ich bin auch ganz stark der Überzeugung, dass Gott nicht den Sabbat schuf, um uns Erdenbürger dazu zu zwingen ihn, an diesem Tag, endlich mal anzubeten und in die Kirche zu gehen. Ich denke, dass Gott diesen Tag schuf, weil er weiß was wir brauchen und was uns guttut! Ich bin überzeugt dass er uns diese Richtlinien gibt, um uns zu ermöglichen in ganzer Fülle zu leben.

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Photo by Renato Andrade Fernandes on Unsplash

Wie sieht mein Leben ohne Sabbat aus?

Jetzt bevor ich als ultra-Fundi* abgestempelt werde, habe ich mal eine Frage: Wie oft hetzt du durch dein Leben? Wie oft ist jede Minute deines Lebens getaktet und du weißt ganz genau was du in vier, fünf vielleicht sogar sechs Wochen machen wirst? Gerade heute habe ich die Phrase gehört: „Ja! Lass uns einen Termin festlegen. Mein Juni füllt sich jetzt schon auf.“

Oftmals sind wir so beschäftigt, dass wir von Termin zu Termin hetzten. „Sorry, ist bei mir gerade alles ziemlich voll!“, vertrösten wir unsere Freunde und wundern uns, warum unsere Beziehungen immer flacher werden. „Du, ich kann gerade nicht, ich muss noch weiter!“ Sagen wir und übersehen, dass die Person vor uns gerade ein offenes Ohr wirklich gebraucht hätte.

Wir würden gerne so viel bewegen, etwas starten und die Welt verändern. Aber wie geht das, wenn wir oft zu busy sind, um uns mal ausführliche Gedanken zu machen? Wie können wir die Kraft für neue Projekte aufbringen, wenn wir ständig müde sind? Wie können wir auf originelle Gedanken kommen, wenn wir ständig unseren Kopf zuschütten und nur noch weißes Rauschen hören?

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Photo by Yong Chuan on Unsplash

Leute, es geht mir auch so. Und zwar nicht nur ein bisschen. Oft habe ich das Gefühl in Terminen zu ertrinken, und obwohl diese Termine meist mit Menschen sind, habe ich trotzdem keine Zeit für wahre menschliche Begegnung. Mir wachsen die unbeantworteten Nachrichten über den Kopf. Der Stress der unerledigten Dinge in meinem Leben, hält mich nachts wach. Ich habe das Gefühl, in einem Zug zu sitzen, der mit 210 km/h auf eine Betonmauer zu prescht. Ich. MUSS. Aufhören. Soviel ist mir klar. Aber wie?

Als ich mich in letzter Zeit mehr damit beschäftigte, merkte ich, wie ich mich nach einer Ruhe sehnte, die ich schon seit Ewigkeiten nicht mehr erlebt habe. Ich bildete mir ein, dass das Busy-Sein zum Erwachsensein dazu gehört. Viel tun. Viele Leute treffen. Dann fühle ich mich sinnvoll.

Schnell merke ich, wie die Wochen und vor allem auch die Wochenenden sich füllen. Die Zeit, die man eigentlich hätte, um sich von den vollen Wochen zu erholen schwindet. Wenn wir dann mal am Wochenende zu Hause sind, versuchen wir meistens all das zu erledigen, was davor liegen geblieben ist. Irgendwann muss man es ja schaffen.

Sonntags?

Obwohl der Sonntag nicht unbedingt mein Sabbattag sein muss, ist es der, der am meisten damit verbunden wird. Aber gerade wenn man viel in der Gemeinde engagiert ist, ist selbst der Sonntag kein Sabbat.

Morgens gehe ich halb-gehetzt in die Gemeinde (Kirche). Nach dem Gottesdienst, bei dem ich mich oft vor lauter Gedanken an die nächste Woche, kaum konzentrieren kann, renne ich von einer Person zur nächsten um noch offene Fragen aus der Vorwoche zu klären oder für Events der nächsten Woche zu planen. Auch da kann ich gedanklich kaum bei dem einen Gespräch bleiben, bevor die nächste Person vorbei kommt um mir auch nochmal eine Anfrage zu stellen. Dann, wenn wir so ziemlich die letzten sind, machen wir uns auf den Heimweg. Gegen 14:00 fangen wir dann an zu kochen, sodass wir dann erst gegen 15:00 essen. Danach, oder vielleicht schon zum Mittag haben wir Gäste da, und Abends am besten noch ein Filmabend bei Freunden.

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EnterPhoto by Glenn Carstens-Peters on Unsplash a caption

An sich ist das alles überhaupt nichts Schlimmes und ich freue mich immer wenn ich mich mit Freunden treffen kann. Aber oftmals können sich auch diese Treffen wieder anfühlen, als würde ich von einem Termin zum nächsten leben. Es fühlt sich so an als hätte man keine Zeit und kein Raum für Intentionalität.

Warum Sabbat?

Ich will nicht von meinem Leben gelebt werden, sondern ich will mein Leben leben. Deshalb entschied ich mich, mich mehr mit dem Sabbat auseinander zu setzten. Wenn du auf irgendeine christliche weise sozialisiert worden bist, hast du vielleicht schon Mal gehört, dass einige sich entscheiden keine Arbeit (ob Schul- oder Uni- oder sonstiges) am Sonntag zu tun. Ich glaube aber, dass der Sabbat weit darüber hinaus geht ob man nicht arbeitet oder gar einfach den ganzen Tag schläft. Ich glaube, dass der Sabbat weniger um physiologisches Ausruhen geht, als um seelisches Auftanken und Zeit in Gottes Gegenwart zu verbringen. Shelly Miller sagt: „Beim Sabbat geht es nicht darum auf perfekter Weise zu ruhen, sondern in dem zu ruhen, der Perfekt ist.“

Das will ich lernen. Das heißt nicht, dass ich nichts mehr machen kann, oder voll eingeschränkt werde. Auch nicht, dass ich mich nicht mehr mit Freunden treffen kann oder sonst auch andere coole Dinge machen darf. Aber er heißt, dass ich mich aktiv entscheiden darf! Ich darf ruhen. Ich darf mir Zeit nehmen, ohne das Gefühl zu haben, etwas verpasst zu haben oder nicht genug erledigt zu haben. Ich darf aber auch die Freiheit haben, mich mit Freunden zu treffen und Gemeinschaft mit ihnen zu haben.

Worum geht es beim Sabbat?

Ich möchte diese Zeit, einmal die Woche, wirklich neu ausrichten, auf Ihn, der sie mir geschenkt hat. Ich möchte zur Ruhe kommen. Schon in den paar Wochen, in denen ich das bereits probiert habe, merke ich, was für ein Unterschied das in meiner Woche macht! Ich habe mehr Kraft und mehr Ausdauer um in der Woche durch zu starten. Ich habe mehr Gelassenheit in den Dingen standhaft zu bleiben die mich stressen. Dieses wöchentliche Ausrichten auf Gott macht mir immer wieder neu bewusst, wer eigentlich mein Leben in der Hand hat. Er möchte, dass es uns gut geht, weil Er weiß was gut für uns ist. Er will, dass wir mit offenen Augen und Herzen durchs Leben gehen können, die wunderbare Welt um uns herum sehen, ohne vom einen zum anderen gehetzt zu werden.

Im nächsten Blogeintrag werde ich darüber schreiben wie man diesen Tag für sich gestalten kann. Die Woche danach möchte ich darüber schreiben, wie wichtig ein Rhythmus für unser Leben ist. Mir ist wichtig, dass es nicht als weiteres Verbot oder Gesetz verstanden wird. Jeder ist unterschiedlich und hat unterschiedliche Bedürfnisse, was Ruhe angeht.

In Gottes Wort steht, dass der Sabbat geheiligt werden soll. Was bedeutet es, wenn etwas für Heilig erklärt ist? Es bedeutet das etwas abgesondert oder anders ist. Einer der sieben Wochentage soll anders sein, als die anderen. Deshalb muss jeder sein eigenes Leben anschauen. Wie sieht dein Alltag aus? Was kannst du an einem Tag der Woche machen was mal eine Abwechslung zum Alltagsstress ist?

Gott hat dich geheiligt, durch seinen Sohn, weil er Dich liebt. Also Lebe in der Freiheit eines geheiligten Lebens!

Fühl dich gedrückt!
Carina

*Fundamentalist

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Furchtlos: 4 Wege deine Angst neu auszurichten

Als ich darüber nachdachte, worum es in dieser Woche gehen soll, lag mir das Thema Angst sehr auf dem Herzen. Obwohl wir in der Post-Aufklärung leben, einer Zeit voller Informationsflut und ständiger Verbundenheit, ist Angst ein riesiges Thema! Vielleicht gerade deswegen? Vor allem in den USA, aber auch immer mehr in Deutschland, belagern Angst und Besorgnis (engl. Anxiety) die Menschen um uns herum.

Was ist Angst? Sie umgibt uns auf allen Seiten. Sie rauscht auf uns ein. Sie hält uns wach. Sie lähmt uns und lässt unsere Gedanken kreisen. Die Angst gibt es in allen Größen und in allen Lebenslagen. Manchmal drückt sie sich eher als Sorge aus. Manchmal sogar auch als Zorn. Aber letztendlich scheint sie uns die Macht über uns selbst zu nehmen.

Als Christ hab ich manchmal schon ein schlechtes Gewissen, wenn mich die Sorgen mal wieder überkommen. Sollte ich nicht so langsam begriffen haben, dass Gott mich nicht im Stich lässt? Sollte ich nicht so langsam von seiner Vorsorge überzeugt sein? Mit Fearless auf meinem Arm gestempelt und „Fürchte dich nicht…“ in der Bibel verewigt, warum fällt es mir dann so schwer, in diesem Bewusstsein zu leben?

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Aber nicht nur ich und du als einzelne, haben Angst! Auch unsere Gemeinden leben oft in Angst und Sorge! Sie haben Angst, Menschen zu verlieren. Sorgen, dass nicht genug Geld da ist. Angst etwas falsch zu machen… Oftmals hindert uns das, voran zu gehen und mutige Entscheidungen zu treffen und Schritte zu gehen. Ob jetzt in Gemeinden oder in unserem eigenen Leben!

Man ist schnell dabei zu sagen, dass Angst etwas schlechtes ist. Ich habe aber mal gehört, dass alle Emotionen die wir haben, nicht schlecht sind, sondern nur falsch orientiert sind. Gott schenkt uns jeden unserer Emotionen für einen bestimmten Zweck, und zwar uns auf ihn auszurichten. Vor einiger Zeit habe ich einen sehr interessanten Podcast zu diesem Thema gehört, der mich neu über das Thema hat nachdenken lassen.

Mal ganz nüchtern betrachtet definiert Matt Lanz (aus dem Podcast) Furcht oder Angst als eine emotionale Reaktion auf Umstände, die außerhalb unserer Kontrolle sind und uns das Gefühl geben, dass wir dadurch ein Schaden davon tragen könnten. Diese emotionale Reaktion führt uns dazu, Rettung zu suchen. Etwas zu suchen, was größer oder stärker als unsere Angst ist oder sie auf anderer Art und Weise vertreiben kann. Was wir in diesem Fall aufsuchen kann ganz unterschiedlich sein. Ob du Angst hast alleine zu sein und deshalb sofort dein Handy zuckst, sobald du niemanden auf der Party hast, mit dem du sprechen kannst. Oder ob du zum Kühlschrank schleichst, sobald der Prüfungsstress zu viel wird. Oder vielleicht gehst du sogar bestimmten Beziehungen aus dem Weg, weil du Angst hast, verletzt zu werden.

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Photo by Tim Marshall on Unsplash

Gott hat uns unsere Angst gegeben, um wiederum auch unseren Retter zu sein! So herrlich und wunderbar ist seine Liebe! Doch unsere Angst zeigt uns oft was wir glauben, mächtiger zu sein, als Gott selbst. Denn wenn uns wirklich Gottes Allmacht bewusst ist und wir wissen, dass Jesus, Sohn Gottes, alle Tage bei uns ist – wen müssen wir dann noch fürchten?

Was ich an dieser ganzen Sache aber so wunderbar finde ist, dass Jesus uns nicht für unsere Angst verurteilt. Er macht uns nicht noch ein weiteres schlechtes Gewissen, warum wir in diesem Fall ihm nicht vertrauen oder sogar glauben. Im Gegenteil, mit seiner sanften Hand nimmt er dein Kinn und lenkt deinen Blick auf sein Gesicht. Schaue mich an meine wertvolle Tochter. Hab keine Angst, ich bin bei dir. Schaue, wie ich das – was dir gerade Angst macht – zurechtweise und vernichte.

So, nun haben wir manchmal aber einfach Angst. Wir wissen nicht wie es weitergehen soll nach der Schule oder dem Studium. Wir wissen nicht, ob die von uns geliebten Personen wieder gesund werden. Es gibt vieles, was uns Angst machen kann, aber was können wir in diesen Situationen machen?

1. Schaue weg von deiner Angst und hin zu Jesus.

Komme vor ihm. Er wartet schon auf dich. Sag ihm, was dir Angst macht, was deine Befürchtungen sind. Sag ihm, wo du unsicher bist, ob er handeln wird. Wenn du gerade nicht beten kannst, dafür aber singen, dann tue das! Ich kann mich an so manche gruseligen und dunklen Fahrradfahrten erinnern, durch die ich mich durch gesungen habe. Für manche ist weder beten noch singen möglich. Dann höre Lobpreis, höre wie andere Gottes Herrlichkeit und Größe preisen!
Und vor allem lese sein Wort! Unten habe ich ein paar Verse voller Zuversicht zusammen gefasst, die du dir schnell anschauen kannst, wenn Sorgen oder Angst dich überfallen.

verse um gegen Angst anzukämpfen!

2. Mach dir Gottes Gegenwart bewusst.

Der Trick bei dem ersten Schritt ist, dass du dir langsam wieder bewusst machen kannst, mit welchem großem Gott du es zu tun hast!! Mit diesem großen Gott hast du einen ganz persönlichen Zugang. Er hört die Sorgen deines Herzens! Er erhört dein Gebet. Er, der allmächtige König über Himmel und Erde, wendet sich dir auf persönlicher Ebene zu und verspricht nie von deiner Seite zu weichen. Nimm dir eine Minute Zeit, diese Realität in deinem Herzen zu verankern. Und wenn dir das alles bewusst geworden ist, dann nimm den Zuspruch von den obengenannten Versen und widerspreche deine Angst und weise sie in die Schranken!!

3. Suche Gemeinschaft.

Mach es nicht alleine!! In manchen Momenten sind wir von unserer eigenen Angst so gelähmt, dass wir gar nicht das Gefühl haben, unseren Blick auf Jesus richten zu können. Manchmal kann man einfach nicht beten und unsere Gedanken schweifen beim Bibellesen. Manchmal nervt uns auch Lobpreis-Musik! Ja, aber genau in diesen Augenblicken brauchen wir Freunde die uns beistehen und für uns beten. Manchmal mit uns zusammen, aber auch einfach von der ferne.

Wir brauchen Mitkämpferinnen im Glauben. Aber sie können auch nur dann gut für uns kämpfen, wenn sie Zugang zu unseren Ängsten haben. Ein weiterer wichtiger Punkt: Gib deinen Freundinnen Zugriff zu deinem Innenleben. Lass sie in dein Leben rein sprechen und dich auf deine blinden Flecken aufmerksam machen! So können sie manchmal auch Ängste aufdecken, die in deinen hinteren Ecken lungern und unbewusst deine Sorge steuern.

4. Sei mutig!

Mut ist das Ergebnis davon, wenn du deine Rettung in etwas Standfestes und unerschütterlich findest. Die einzig wahre, ewig standfeste und unerschütterliche Rettung ist Jesus. Wenn wir das wenn wir unsere Errettung in Ihm suchen, finden wir wahre Freiheit, mutige Schritte zu gehen!

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Photo by Sammie Vasquez on Unsplash

Ich finde, dass diese Schritte für alle gelten, ob einzelne Menschen oder ganze Gemeinden. Es kommt letztendlich auf die Frage an: Wer glauben wir, ist am mächtigsten?

Klar, es ist nicht immer mit einem Gebet getan. Aber ich versichere dir! Wenn du dich kontinuierlich Gottes mächtigen und liebevollen Gegenwart aussetzt, ist Er treu und gerecht. Er lässt dich nicht im Stich! Traue dich ihm zu vertrauen!

Fühl dich gedrückt!!

Carina

P.S. Ab nächster Woche verschiebt sich die Blogpost-Veröffentlichung auf mittwochs mittwochs! Aber weiterhin einmal die Woche!

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Schaufenster Christentum: Wie wir als Christen nach dem perfekten Leben streben

Hey Ladies!!

Ich freue mich riesig, dass du wieder da bist! In den letzten zwei Wochen ist mir ein interessantes Phänomen aufgefallen, über dass ich heute schreiben möchte. Es war spannend zu beobachten, wie ganz unterschiedliche Menschen auf die letzten beiden Artikel reagiert haben. Viele haben sich darüber gefreut, dass ich mal etwas angesprochen habe, was schon lange im Verborgenen lag. Andere machten sich Sorgen, ob ich irgendwelche Nachwirkungen erfahren würde, da ich so persönlich von meinem Leben berichtet habe. Wieder andere waren erleichtert, dass sie nicht die Einzigen mit diesem Kampf waren.

Das hat mich zum Nachdenken angeregt – Stimmt eigentlich, könnte dies Folgen für mich haben? Was könnte passieren, wenn jetzt „alle“ meine ganz geheime Sünde so offenbar sehen können? Wisst ihr, zu welchem Ergebnis ich kam? Es kann mir erstmal gar nichts passieren, denn indem es ans Licht gebracht wurde, ist der Sünde die Macht genommen worden. Wie kann mich das also im Nachhinein schädigen? Gar nicht. Denn es ist kein Geheimnis mehr, dass ich mit ganzer Mühe zudecken muss. Aber dann habe ich weiter gedacht: Warum habe ich das Gefühl diese Sache so stark verstecken zu müssen?

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Photo by Norman Toth on Unsplash

In einem Gespräch, dass ich mit einer Person nach dem ersten Artikel hatte, erinnerte ich mich an ein Zitat von Jefferson Bethke – einem bekannten Poetry-Slammer und Autor: „[Die Kirche] ist nicht ein Museum für die Heiligen, es ist ein Krankenhaus für die gebrochenen.“ Eine Idealvorstellung. Aber wie oft sehen wir das verdreht? Wie oft tun wir so, als wären wir als Christen in einem perfekt inszeniertem Schaufenster. Selbst wenn wir als Christen unter uns sind, sind es oft unsere Masken die uns voneinander trennen. Der Druck wird höher, die Anstrengung größer, das vermeintlich perfekte Leben – ohne dreckige Sündenflecken – zu leben. Aber warum eigentlich? Warum setzten wir uns selbst bzw. einander gegenseitig so unter Druck?

Eigentlich sollte es doch gerade uns bewusst sein, wie sündig wir sind und wie sehr wir Jesus Gnade in unserem Leben brauchen. Deshalb entscheidet man sich schließlich in Abhängigkeit von Jesus zu leben. „Insgeheim“ wissen wir doch alle, wie oft wir schuldig werden und nicht mehr Gottes Herrlichkeit wiederspiegeln… Warum ist es dann so schwierig, dass vor einander zuzugeben?

Ein peinlicher Versuch mein Christliches Gesicht zu wahren…

Ich habe dieses Phänomen, dass Christen – wenn sie unter sich sind – meist unbewusst versuchen, sich einander von ihrer Heiligkeit zu überzeugen, schon öfters beobachtet. Ein eher witziges Beispiel habe ich erlebt, als ich mit 20 Jahren an einer Kurzbibelschule der Fackelträger war. Eines Abends wollten wir einen Filmabend machen und entschieden uns für den Film Grease, einem Kult-Musical das in den 50er Jahren spielt. Dieser Film handelte von den üblichen Highschool Themen: Liebe, Cliquen und Coolness.

An sich, ist dieser Film relativ harmlos, keine Sex-Szenen und kein Gefluche, nichts was dem üblichen Zuschauer, im Jahr 2011, die Augenbraue hochziehen lassen würde. Die meisten von uns hatten den Film schon einmal vor unseren „frommen“ Bibelschultagen gesehen. Doch als wir ihn jetzt zusammen schauten, fühlten wir uns plötzlich alle ertappt, dass wir so was „versautes“ angeschaut hatten. Ich weiß noch wie wir uns peinlich darüber austauschten, dass wir uns gar nicht mehr daran erinnert hatten, dass der Film ja so „versaut“ war! (Selbst jetzt beim Schreiben verdrehen sich meine Augen….)

Wenn ich jetzt an diese Erinnerung denke, muss ich einfach nur lachen! Was für ein Quatsch!! Aber, damals war ich auf jeden Fall dabei. Ich habe diese Gespräche geführt, dass ja niemand denke ich sei zu weltlich… Verrückt. Hätten wir uns jedoch, außerhalb dieser frommen Glocke – einfach so – für einen Mädels Abend getroffen, hätte keine Einzige von uns noch so christlichen Mädels Bedenken gehabt, diesen Film zu schauen. Aber irgendwas an dieser Kombination von wirklich wohlwollenden, frisch-ausgebildeten Christinnen, führte dazu, dass wir überdimensional versucht haben, unser christliches Gesicht zu wahren.

Jesus hat uns von Angst frei gemacht!

Es soll jetzt nicht darum gehen, was man als Christ schauen oder nicht schauen sollte. Aber ich bin mir sicher, jeder von euch kennt eine so oder so ähnliche Situation, wo man mit anderen Christen zusammen ist und das Gefühl hat, nicht mehr ehrlich sein zu können. Entweder aus Angst, vor peinlicher Betretenheit oder sogar aus Angst vor Verurteilung. Was ein trauriger zustand! In einem seinem Lied 10 Feet Down rappt NF: „Die Kirche ist wo ich Jesus fand, aber auch wo ich lernte [andere] zu richten.“ Obwohl das vielleicht eine überspritzte Aussage ist, denke ich, dass viele diese Aussage nachvollziehen können. Leute, das müssen wir ändern!

Natürlich gibt es eine gesunde Distanz und man muss nicht jeder Person sein Herz ausschütten, mit welchen Bereichen man gerade kämpft oder was einem gerade beschäftigt. Bei manchen Dingen ist es sogar weiser, unter vier Augen mit einer guten Freundin darüber zu sprechen. Wichtig ist mir nur, dass darüber gesprochen wird! Mit anderen Dingen habe ich es schon so oft erlebt, dass Gott da coole, gute, heilsame Gespräche entstehen lassen hat, wo ich es gar nicht unbedingt erwartet habe, einfach nur dadurch, dass ich mein eigenes Herz oder jemand anderes ihr Herz geöffnet hat.

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Photo by Dani Vivanco on Unsplash

Diese Momente sind besonders einzigartig, aber auch sehr zerbrechlich. Es ist schwer Menschen hinter die Kulissen schauen zu lassen, vor allem dann, wenn von vorne alles perfekt ausschaut. Deshalb plädiere ich an euch liebe Leserinnen!! Seid ehrlich mit den Menschen um euch herum. Hört damit auf, immer ein perfektes Christenbild präsentieren zu wollen und noch viel mehr, hört damit auf, euch den Druck zu machen ein perfektes Bild präsentieren zu müssen! Das macht dich authentisch und nahbar. Ich weiß nicht, aber es fällt mir viel einfacher mit einer Sache umzugehen, wenn ich weiß, dass ich nicht die Einzige bin die damit Probleme hat!

Als Christinnen haben wir die aller größte Freiheit zuzugeben, dass wir immer wieder nicht perfekt sind. Denn da wo wir merken, dass wir die Perfektion immer wieder im Vorbeigehen streifen, aber sie nie völlig erreichen werden, realisieren wir, wie sehr wir auf Jesus Liebe und Vergebung  angewiesen sind. Je mehr wir diese Realität für uns persönlich annehmen, desto mehr Freiheit haben wir, unseren Soul-Sisters in Liebe und Authentizität zu begegnen und aktiv unsere perfekten Masken fallen zu lassen.

Lasst uns aufhören, der Welt vermitteln zu wollen, dass unser Leben immer glatt läuft. Lasst uns den Mut haben, uns voreinander verletzlich zu machen und zuzugeben, wie sehr wir alle Jesus brauchen.

Denn nur indem wir als Christen Lernen, zu unserer durch Jesus vergebenen Menschlichkeit zu stehen, kann unsere wahre Freiheit zur Authentizität entstehen.

Fühl dich gedrückt,

Carina

I stand out because I wear my Garbage. -NF