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Warum es mir nicht reicht zu wissen, wie schön ich bin.

Hey Ladies,

Wie es viele von euch bereits wissen, bin ich noch ziemlich neu in der Blogger Szene. Deshalb dachte ich, ist es angebracht euch mitzuteilen, warum ich so ein Herz dafür habe, Frauen in ihrer Identität stärken.

Über die letzten paar Jahre habe ich leider aus erster Hand erlebt, dass trotz aller Emanzipation und feministischer Bewegung, Frauen trotzdem wesentlich benachteiligt sind. Ich weiß dass, vor allem in eher evangelikalen Räumen, sich so manches zusammen zieht, wenn man die obengenannten zwei Wörter hört. Aber über die letzten Wochen, Monate und Jahre habe ich gemerkt, wie wichtig diese Aspekte für unsere Rolle als Frau sind.

Ich habe persönlich gemerkt, wie wichtig es ist, für Frauen einzustehen, die keine Stimme haben oder denen – in manchen Fällen auch – die Stimme genommen wurde. Feminismus geht für mich nicht darum Männer zu hassen oder gar darum, die Frau über den Mann zu stellen. Es geht mir darum Frauen stark zu machen und zu befähigen. Stärken, indem wer sie sind und wo sie stehen und zu befähigen so dass Frauen noch viel mehr erreichen, als die Gesellschaft es ihnen manchmal zutraut.

Ich weiß nicht, wer von euch ein so oder so ähnliches Szenario kennt:
Vor einiger Zeit habe ich zusammen mit einer Freundin entschieden ein Buch zu lesen. Nach einigen Vorschlägen entschieden wir uns für: Weißt du nicht, wie schön du bist? Von John und Stasi Eldredge. Ich hatte dieses Buch schon einmal mit ca. 17 oder 18 Jahren gelesen und fand es damals auch ziemlich gut. Zu dem damaligen Zeitpunkt hat es mir eine ganz andere, liebende und wertschätzende Seite von Gottes mütterliche Liebe gezeigt.

Dieses Mal – fast 10 Jahre später – merkte ich allerdings, dass mir einiges viel zu kurz kam. Männern wurden à la Der Ungezähmte Mann zugeschrieben, dass sie wild, abenteuerlustig und kriegerisch seien. Frauen auf der anderen Seite wurden hauptsächlich Schönheit und der Wunsch umworben zu sein zugeordnet.

Diese Eigenschaften mögen stimmen, doch dabei fallen mir viele andere Eigenschaften der Frau zu kurz!! Ja, ich mache mich gerne schön und Ja natürlich ist es sehr schön umworben zu sein. Aber das ist definitiv nicht mein primärer Lebensinhalt. Ich liebe es auch wild und abenteuerlustig zu sein. Ich liebe es unerforschte Wege einzuschlagen und mich etwas zu trauen, was mir Angst macht! Und um ganz ehrlich zu sein, finde ich es nicht gut, wenn wir als Frauen darauf reduziert werden, wie wir aussehen oder was jemand anderes für uns empfindet!

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Photo by Timothy Eberly on Unsplash

Ich merke, wie über die Jahre mich das Bild der Kriegerin viel mehr beflügelt und inspiriert, als das der Prinzessin. Wenn ich die Frauen um mich herum sehe, die mich anspornen und inspirieren, ist es nicht, deren äußerliche Schönheit die mich antreibt, sondern ihre innerliche Stärke und Leidenschaft, mit der sie sich für Menschen und Anliegen einzusetzen und kämpfen.

Wenn ich an eine Kriegerin denke, kommt mir sofort das Bild von einer Löwin vor Augen. Sollte auch nur jemand darüber nachdenken, eins ihrer Schützlinge etwas anzutun, würde sie diesen zerreißen bevor der erste Schritt getan wäre. Ich spüre diese Intensität in mir. Ich spüre diesen Ruf, für andere einzustehen und eine Stimme für die Stimmlosen zu sein. Ich habe es leid, immer wieder den Eindruck zu bekommen, dass ich mich als Frau doch zurückhalten sollte, weniger laut, weniger leidenschaftlich, weniger umständlich sein sollte.

Warum? Warum weniger, wenn uns Gott doch zu so viel mehr berufen hat? Ich glaube, dass es nicht nur mir so geht, sondern dass viele junge Mädchen und Frauen sich so oder ähnlich fühlen. Unsere ganze Kindheit wird uns vermittelt: Wir sind zu viel. Unsere Emotionen sind zu viel. Unser Gewicht ist zu viel. Unsere Wünsche, unsere Bedürfnisse unsere _________ sind zu viel. Es ist meine feste Überzeugung, dass alles, was wir in uns tragen von Gott in uns gelegt worden ist. Warum sollte Er uns jeweils so viele Gaben und Leidenschaften geben, nur damit wir sie ständig in Zaum halten müssen? Das ergibt keinen Sinn!

Gott hat uns niemals dazu berufen, stille Kirchenmäuschen zu sein. Im Gegenteil, Gott hat dich dazu berufen – so wie du bist – deine Gaben zu erkennen, zu entdecken und ausbauen! Eine besondere Gabe, die ich schon bei sehr vielen Frauen entdeckt habe, ist ihre Fähigkeit „fierce“ zu sein. Das lässt sich leider gar nicht so gut ins Deutsche übersetzten, aber bedeutet soviel wie kämpferisch, leidenschaftlich, heftig, wild. Das interessante ist, dass diese Eigenschaft bei jeder Frau anders aussieht. Die eine Frau beschützt und kämpft leidenschaftlich für ihre Familie, Ehe, oder Kinder. Die andere hat ein übernatürliches Empathie Vermögen und setzt sich mit ganzem Leib und voller Treue für ihre Freunde oder Bedürftige ein. Wieder eine andere nutzt ihre kämpferische Ader, sich für soziale Ungerechtigkeit einzusetzen.

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Ben White on Freely

Diese Kraft, die Frauen aufbringen können, fasziniert mich! Leider wird sie aber viel zu oft unterschätzt oder gar nicht richtig ausgelebt. So oft haben wir das Gefühl, dass man als Frau doch hauptsächlich schön sein, brav sein, in einer Beziehung sein oder ähnliches sein müssen, um vollständig wirksam zu sein.

Ich glaube, dass selbst der Feind schon lange erkannt hat, dass Gott den Frauen eine besondere Stärke geschenkt hat. Dass, wenn sie für sein Reich eingesetzt wird, die Welt bewegen kann. Ich glaube dass, deshalb die Frau schon seit Anbeginn der Zeit bekämpft, verführt und in ihrer Identität verunsichert wird. Denn da wo viele Frauen zusammen kommen, die fest in ihrer Identität stehen, da wo sie ihre Kräfte bündeln können ohne, dass sie durch Zwietracht, Eifersucht oder Minderwertigkeitsgefühle ausgebremst zu werden, da ist es möglich Gottes krasse leidenschaftliche Liebe, hautnah und lebendig zu erfahren. Liebe, die sich nicht auf äußerliche Schönheit reduzieren lässt. Liebe die Welt veränden wird. Deshalb, weil ich glaube, dass dies ein mächtiges Potenzial hat, will ich dich heute ermutigen.

Kenne dich!

Du, die noch viel mehr zu bieten hat, als deine Schönheit. Du, die Treu deinen Liebsten zur Seite steht und sie mitträgst. Du, die sich mit ganzer Überzeugung für die Welt um sich herum einsetzt.

Ich weiß nicht wie es euch geht, aber ich bin fertig.

Ich bin fertig damit, einfach zu akzeptieren, dass ich eine spezifische Rolle zu erfüllen habe. Ich bin fertig damit, mich an den Medien, Filmen, oder ähnlichem zu messen, um zu sehen, ob ich als Frau akzeptable bin. Ich fange an meine eigene Identität zu finden, zu erforschen, und vor allem, sie zu akzeptieren. Denn wenn ich meine Identität von meiner Schönheit oder dem was andere über mich sagen, abhängig mache, werde ich niemals einen sicheren Schritt nach vorne machen können. Meine Identität muss in mehr gegründet sein, denn nur dann werde ich wirksam.

Fühl dich gedrückt,

Carina

 

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